Wie professionell ist Ihr Executive Offboarding?
- Christian F. Houben

- 2. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 26. Juli
Der 7-Fragen-Kurzcheck für HR
Das Ausscheiden einer langjährigen Führungskraft ist ein seltener Vorgang – aber einer mit erheblicher Wirkung auf Wissen, Nachfolge, Beziehungen und Unternehmenskultur.

1. Wissenstransfer
Gibt es einen strukturierten Prozess, mit dem auch implizites Erfahrungs- und Entscheidungswissen der scheidenden Führungskraft identifiziert und gesichert wird?
2. Nachfolge
Ist eindeutig geklärt, welche Verantwortung tatsächlich übergeben wird – und wie lange der Vorgänger anschließend noch beratend zur Verfügung steht?
3. Stakeholder und Netzwerke
Werden wichtige Kunden-, Mitarbeiter-, Eigentümer- und Netzwerkbeziehungen systematisch an den Nachfolger oder andere Verantwortliche übergeben?
4. Kommunikation und Reputation
Gibt es ein abgestimmtes Vorgehen dafür, wie der Führungswechsel intern und extern kommuniziert wird?
5. Konflikte und offene Themen
Existiert ein vertraulicher Rahmen, in dem schwierige Beziehungen, Enttäuschungen oder offene Konflikte vor dem Ausscheiden bearbeitet werden können?
6. Loslassen und Grenzen
Wird mit der scheidenden Führungskraft geklärt, wie ihre Rolle nach dem Exit aussieht – und wo Unterstützung endet und Einmischung beginnt?
7. Persönliche Transition
Bieten Sie langjährigen Top-Führungskräften einen professionellen Reflexionsraum für den Übergang aus Verantwortung, Status und Führungsidentität in eine neue Lebens- und Berufsphase?
Ihre Auswertung
6–7 × Ja: Strukturiertes Executive Offboarding
Ihr Unternehmen berücksichtigt bereits wesentliche Faktoren eines professionellen Executive Exits. Interessant ist jetzt vor allem die Frage, wie systematisch diese Elemente miteinander verbunden sind.
3–5 × Ja: Relevante Lücken im Übergang
Wesentliche Elemente sind vorhanden, einige erfolgskritische Themen hängen jedoch vermutlich noch von einzelnen Personen und der jeweiligen Situation ab.
0–2 × Ja: Offboarding endet wahrscheinlich zu früh
Der administrative Exit funktioniert – der eigentliche Übergang wird jedoch weitgehend der Führungskraft, dem Nachfolger und der Organisation überlassen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
„Haben wir einen Offboarding-Prozess?“
Sondern:
„Was muss geklärt sein, damit Führungskraft und Unternehmen wirklich voneinander loslassen können?“


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